Dez 20 2011
Konzertflyer und die erste Gage
Dass die Band und ich unsere ersten Schritte auf die Bühne taten, ist schon eine Weile her. Damals war es mehr aus Gefälligkeit, als die Aussicht auf Entlohnung. Die erste Gage wurde dementsprechend woanders eingespielt als beim ersten Auftritt. Diese stellte sich als eine Kiste Bier dar, egal, das war unser Weg raus aus dem alten Probenkelle r! Die freiwillige Feuerwehr feierte ihr öffentliches Weihnachtsfest und lud ein. Einzige Bedingung war, dass der Kasten nicht bereits vor dem Ende des Auftrittes leer sein durfte, weil auch Jugendliche anwesend waren. Diese hielten sich aber selber nicht daran. Um diese Aussage etwas zu relativieren: die Weihnachtsfeier war die der Erwachsenen, und als erwachsen galten alle Mitglieder, welche an aktiven Einsätzen teilnehmen durften, was auf 16 Jahre und aufwärts hinauslief.
50 DM extra gab es, wenn wir uns um das Verteilen der Flyer kümmern würden. Uns wurde sogar erlaubt, die Flyer selber noch umzugestalten und unsren Namen mit aufzubringen. Da wir das extra Geld gut gebrauchen konnten und es ja auch irgendwie so war, dass wir für uns selber arbeiteten, resp. in eigener Sache Reklame machten, willigten wir natürlich ein. Das hätten wir uns besser überlegen sollen… Wer an die heutigen Möglichkeiten denkt, stellt sich eine leere Druckerpatrone als Problem vor. Da kauft man einfach neuen Samsung Toner und wird glücklich. Damals jedoch konnte man sich nur zwischen Hand- und Auftragsarbeit entscheiden. Deshalb brauchten wir einen schnellen Weg, um 300 Flyer zu bedrucken.
Erste Versuche mit Buntstift schlugen natürlich fehl. Dann kam der Vorschlag, einen Stempel anfertigen zu lassen. Das hätte aber unsere Gage völlig aufgerieben. Außerdem hatten wir auch weniger als eine Woche Zeit. Die Lösung kam in Form einer Gummischablone und etwas alter Farbe. Zugegeben, es war etwas Arbeit das Bandlogo und die Namen mit dem Teppichmesser auszuschneiden, ohne dass es zu wild aussah. Dafür aber war es billig (mein Sohn würde sagen „Kartenterminal kompatibel“) und zu dritt brauchten wir nur 2 Abende um fertig zu werden.